Chios,
eine Trauminsel!
Obwohl oft gedacht wird, Chios sei eine kleine Insel, ist Chios die
viertgrößte Insel Griechenlands. Aufgrund der Einnahmen aus der Seefahrt
und der Erträge des auf der Welt einzigartigen Mastixstrauches ist Chios
eine der reichsten Inseln Griechenlands. Vielleicht ist dies auch der
Grund warum sich die Einwohner, im Gegensatz zu den nahe liegenden
Inseln Lesbos und Samos, um den internationalen Tourismus nur wenig
bemüht haben.
Seit
1988 kommen jede Woche aus verschiedenen Ländern einige Charterflüge an.
Auch Griechen aus anderen Landesteilen kommen gerne hierhin, um ihren
Urlaub zu verbringen. Für diese ist auch Ostern eine interessante Zeit,
weil das Osterfest auf Chios auf eine besondere Art gefeiert wird. Man
kann sich leicht die Vorteile des nicht vorhandenen Massentourismus
vorstellen. Somit sind natürlich auch freundschaftliche Begegnungen mit
echten Griechen garantiert. 
Was
hat Chios noch mehr außer prächtigen Stränden und einem himmelblauen
Meer zu bieten?
Nachfolgend einige Ausführungen über die besonderen Sehenswürdigkeiten.
Chios, die Hauptstadt
der Insel
Die
Insel hat ungefähr 55.000 Einwohner, davon allein rund die Hälfte in der
Inselhauptstadt Chios. In einem schönen, mitten in der Stadt gelegenen
Gebäude, befindet sich die Universität, und deswegen sind auf der Straße
stets viele junge Menschen zu sehen. Die Prokimea, ein langer Boulevard
rund um den Hafen ist ein populärer Platz für jung und alt. Grand-Cafes,
ansprechende Bars und gemütliche Tavernen sorgen so wohl mittags als
auch abends für ein pulsierendes Leben. Von dem Hafen aus gibt es jeden
Tag Fähren von und nach Lesbos, Piräus und Cesme (Türkei).
In
1881 ist durch ein schweres Erdbeben ein großer Teil von der
historischen Innenstadt zerstört worden. In dem alten Kastro, hier wohnt
man noch inmitten der ursprünglichen Stadtmauern, sind noch einige
Bauwerke aus der genuesischen und der türkischen Zeit erhalten
geblieben. An dem Stadtplatz der Platia steht noch eine Erinnerung an
die fast 400-Jahre türkische Besetzung: Die aus dem 19.Jahrhundert
stammende Moschee mit Minarett. Das Innere beherbergt heutzutage ein
byzantinisches Museum.
Die
in 1884 gebaute Korais-Bibliothek ist eine der wichtigsten Bibliotheken
Griechenlands. Neben einer immensen Kollektion an Büchern, Malereien und
Volkskunst befindet sich auf dem ersten Stock auch noch ein
Trachtenmuseum.
Auch
das neben der Universität gelegene archäologische Museum ist sicher ein
Besuch wert.
Der Süden
Die
südlichen Dörfer von Chios werden auch die Mastichochoria d.h.
Mastixdörfer genannt. Obwohl in mehreren Gegenden im mediterranischen
Gebiet wachsend, kommt außer im Süden von Chios nirgendwo sonst der
Mastix so aus dem Baum, dass er für Produktionen benutzt werden kann.
Diese harzartige Substanz hat eine heilsame Wirkung und wird für viele
Dinge benutzt. Es wird unter anderem verarbeitet in Zahnpasta, Kaugummi,
Likör, Süßigkeiten aber auch in Kosmetika. Alles dies ist auf Chios zu
bekommen.
Die
23 Dörfer, die sich schon viele Jahrhunderte mit dem Mastix
beschäftigen, leben auch heutzutage noch immer von diesem Produkt. Zum
Beispiel Pyrgi, wo die Häuser und Kirchen durch spezielle
Kratzputztechniken verziert sind. Mesta, wo man laufend durch die engen
überdeckten Gässchen sich wieder ins Mittelalter zurückversetzt fühlt.
Armolia ist das Keramikdorf der Insel.
Aber auch Vessa und Olympi sind
es sicher wert einen Rundgang zu machen. In der Nähe von Olympi finden
Sie auch Tropfsteinhöhlen. Diese Tropfsteinhöhlen sind mehr als 100
Millionen Jahre alt und ein kleiner Rundgang, mit Führung, machen den
Besuch zu einem interessanten Aufenthalt.
An
der Südostküste befindet sich der schöne schwarze Lavastrand Mavra
Volia, an dem gemütlichen Hafen von Emporios gelegen.
Wenn
Sie vom Süden entlang der Westküste zum Norden fahren, kommen Sie durch
den vielleicht schönsten Teil der Insel. Vom Strand von Lithi mit seinen
herrlichen Fischtavernen bis Sidirounda, mit dem schönsten
Sonnenuntergang. Hier ist noch alles wunderbare Natur mit idyllischen
Stränden und azurblauem Meerwasser. Auch sehen Sie hier, wie sich die
Landschaft ändert und immer höher und felsiger wird.
Mittel
Chios
Der
zentral gelegene Teil der Insel hat einige Stellen von großer
historischer Bedeutung. Anavatos heutzutage ein Geisterdorf, war einmal
eine Siedlung hoch auf dem Fels, die die Bevölkerung gegen Piraten
schützte. In 1821 lehnten sich die Griechen gegen die türkische
Beherrschung auf.
Der Aufstand misslang und wurde ein Jahr später von den Türken schwer
bestraft. Die Türken verübten hier jenes entsetzliche Blutbad, das als
„Massaker von Chios“ in die Geschichte und Kunst (Delacroix, Victor
Hugo) einging. Die Bevölkerung flüchtete in Klöster, Kirchen und andere
Plätze in der Hoffnung, sicher zu sein. So auch nach Anavatos. Leider
wurde auch Anavatos durch die Angreifer erreicht. Viele Menschen kamen
um. Frauen und Kinder sprangen vor Todesangst vom Felsen in die
Schlucht. Dieses Ereignis, so wie auch ein heftiges Erdbeben 60 Jahre
später, hat dafür gesorgt, dass die Bewohner Anavatos verlassen haben.
Avgonima datiert aus dem 11.Jahrhundert. Es war bis vor einigen Jahren
verfallen und verarmt, bis es populär wurde alte, baufällige Häuser zu
kaufen und im Originalstil wieder zu renovieren. Seit dem ist dies ein
sehr charmantes Dorf mit einem mittelalterlichen Platz. Auch ein Ort,
wo man aus einer schön gelegenen Taverne heraus den Sonnenuntergang
genießen kann.
Chios
hat unzählbare viele Kirchen und Klöster. Jedoch das wichtigste Kloster
ist zweifellos Nea Moni. Dieses wurde im
11.Jahrhundert von Konstantin Monomachos gebaut und ist ein sehr
wichtiges Nationalmonument. Dies weil die
Klosterkirche eine von den wenigen Griechenlands ist mit jener
spezifischen byzantinischen Architektur. Früher war es ein
Mönchskloster. Heutzutage wohnen dort noch eine Nonne und ein Mönch.
Kunstliebhaber sollten unbedingt einen Besuch im Kloster Nea Moni
einplanen, dessen byzantinische Mosaiken zu den eindrucksvollsten des
Landes zählen und die uralte Marien-Ikone an der Ikonostase die höchste
Verehrung der Gläubigen genießt.
Der Norden
Dieser Teil von Chios ist felsiger und weniger bevölkert als der Rest
der Insel und dennoch nicht weniger schön. Wenn man den Weg von
Chios-Stadt Richtung Nordwesten fährt, dann wird man durch ein enorm
felsartiges Gebiet kommen, welches an eine Mondlandschaft erinnert.
Volissos
und Umgebung ist der meistlebendige Ort im Juli und August. Es gibt dort
schöne Strände und eine gute Auswahl an Unterkünften, kleinen Bars und
Restaurants. Auch in dieser Gegend sind viele verfallene Häuser im traditionellen
Stil wieder restauriert worden. Und von dem Kastro oben im Dorf hat man eine
sehr schöne Aussicht. Sechs Kilometer weiter liegt das Kloster Agia
Markella. Dieses
Kloster trägt den Namen der Schutzheiligen der Insel. An ihrem
Namenstag, dem 22.07., ist es ein richtiger Wallfahrtsort, und die ganze
Gegend ist ein großes Fest.
An
der Nordostküste liegt Nagos, eine schöne Bucht mit Kieselstrand und
Tavernen. Es liegt nebenan von Marmaro/Kardamyla, wovon viele Reeder
herkommen. In dem mittelalterlichen Dörfchen Pitious ist es als ob die
Zeit stillgestanden hätte. Hier lebt man von der Landwirtschaft. Der
pittoreske Hafen von Langada ist ein Favoritenplatz für viele
Inselbewohner. Der gemütliche Kai mit Blick auf das zu Chios gehörende
Reederinselchen Oinousses lädt ein zum Essen von frischem Fisch und zum
Trinken von einem Gläschen Ouzo.